Mein Weg vom Kärntner Golfplatz zur University of Kansas
Um mein Golfspiel auf das nächste Level zu bringen, habe ich mich entschieden, ein Sportstipendium an einer amerikanischen Universität anzunehmen. Von Januar 2022 bis Mai 2025 durfte ich für die University of Kansas spielen und gleichzeitig Sportmanagement mit Schwerpunkt Business studieren.
Diese dreieinhalb Jahre in den Vereinigten Staaten waren eine prägende Zeit, die mich nicht nur als Spielerin, sondern auch als Mensch weiterentwickelt hat.
Leben als Student Athlete
Das Leben eines sogenannten Student Athlete ist herausfordernd – körperlich, mental und emotional. Ich war über 8.000 Kilometer von meiner Familie und meinen Freunden entfernt, in einem völlig neuen Umfeld mit eigener Kultur, Sprache, Politik und Lebensweise.
In einem Land, in dem fast alles anders ist. Von den Supermarktregalen bis zu den Spritpreisen lernt man schnell, was Heimat wirklich bedeutet.
Erst in der Ferne begreift man, wie viele Dinge man zuhause als selbstverständlich ansieht.
Ein Glas Leitungswasser bedenkenlos trinken zu können.
Sich auf den Straßen sicher zu fühlen.
Oder die besondere Lebensqualität, die wir in Österreich genießen dürfen.

© KU Athletics
Ein Tag zwischen Hörsaal und Fairway
Wenn ich nicht am Golfplatz oder in der Kraftkammer war, saß ich im Unterricht. Mein Tag war meist streng durchgetaktet.
Der Wecker klingelte um 5:45 Uhr, denn um 6:30 Uhr stand bereits das Teamtraining im Kraftraum am Programm. Danach folgte der Unterricht bis etwa Mittag und anschließend ging es direkt weiter auf den Golfplatz, wo wir den gesamten Nachmittag trainierten.
Nach dem Training habe ich gerne frisch gekocht, gelernt und an Projekten oder Arbeiten geschrieben.
Viel Freizeit blieb dabei nicht. Oft hatte ich das Gefühl, zwei Vollzeitjobs gleichzeitig zu haben. Doch genau das hat mich geformt. Disziplin, Zeitmanagement und Durchhaltevermögen wurden zu meinem Alltag.
Am Ende wurde mein Einsatz belohnt.
Ich durfte mich über meinen Abschluss mit einem kumulierten Notendurchschnitt von 3.94 GPA freuen. In den USA entspricht ein GPA von 4.0 einer perfekten Note.

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Golf auf höchstem College Niveau
Sportlich gesehen sind die USA uns um Welten voraus.
Als College Athletin tritt man mit seinem Uni Team regelmäßig gegen andere Universitäten an, quer durchs Land, oft alle zwei Wochen an einem neuen Ort.
Zwischen den Turnieren stehen interne Qualifiers an, bei denen sich jede Spielerin neu beweisen muss. Nur die besten fünf schaffen es ins Line Up für das nächste Turnier.
Diese ständige Konkurrenz ist hart, aber unglaublich motivierend.
In den USA wird nicht nur erwartet, dass man hart arbeitet, sondern auch Leistung bringt. Wenn deine Ergebnisse nicht passen, wirst du ersetzt. Kein Platz ist garantiert. Doch anstatt mich zu entmutigen, hat mich dieser Druck angetrieben. Ich wollte besser werden – als Spielerin und als Mensch.
Mein Fazit
Die Zeit in Amerika war für mich ein Abenteuer voller Wachstum, Herausforderungen und unbezahlbarer Erfahrungen.
Ich habe gelernt, was Disziplin, Leidenschaft und Durchhaltevermögen wirklich bedeuten.
Und vor allem, dass man nur dann über sich hinauswächst, wenn man bereit ist loszulassen von Gewohntem, von Bequemlichkeit, von Angst.




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